Krebsschmerzen
Bei der Diagnose Krebs denken noch immer die meisten Menschen zunächst an den Tod, an Angst, Hilflosigkeit und Ohnmacht und dann erst an starke, kaum behandelbare Schmerzen. Dabei werden die Aussichten, langfristig zu überleben oder sogar vollständig geheilt zu werden, bei vielen Krebserkrankungen immer besser. Und auch in der Schmerzforschung und -therapie gibt es große Fortschritte: Die Experten verstehen die Vorgänge bei der Schmerzwahrnehmung, aber auch die Wechselwirkungen zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden heute so gut, dass sie auch starke Krebsschmerzen sehr effektiv behandeln können.
Eine konsequente Schmerztherapie lindert nicht nur die körperlichen Beschwerden, sie verhindert auch, dass der Patient in eine Schmerz-Spirale gerät, in der sich Angst, Hoffnungslosigkeit und Schmerzen gegenseitig verstärken. Schmerzen aushalten zu müssen kostet sehr viel Kraft, die man bei Tumorerkrankungen dringend für Anderes benötigt. Schmerzarmut oder gar –freiheit ermöglicht dem Krebspatienten, seine Kräfte darauf zu verwenden, die Krankheit angemessen zu verarbeiten und letztlich auch zu akzeptieren.
Unter einer konsequenten Schmerztherapie versteht man heute das Vorgehen nach dem Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bei diesem Therapiekonzept richtet sich die Wahl der Schmerzmittel immer nach der Stärke der Tumorschmerzen. Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen auf ein subjektiv erträgliches Maß zu verringern. Dabei werden vor allem stark wirksame Opioide verordnet. Entscheidend ist, dass der Tumorpatient nicht mehr von seinen Schmerzen beherrscht wird, sondern wieder Freiräume für ein selbständiges Leben gewinnt. Physiotherapie und psychotherapeutische Verfahren, aber auch Aktivitäten in Selbsthilfegruppen können die medikamentöse Schmerztherapie ergänzen.
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