Die Gesamtzahl der Betroffenen

Wie eingangs schon festgestellt, gibt es keine präzisen Angaben. Schätzungen verschiedener Autoren variieren stark. Bis 1989 ging man von 3,5 - 5 Mio. Betroffenen aus. Seit der Wiedervereinigung ist immer wieder von 5 bis zu 8 Mio. Schmerzpatienten die Rede. Wir neigen hier zu Zurückhaltung schätzen die Anzahl der Betroffenen auf ca. 5 Mio.

Brauchen alle diese Betroffenen zur Behandlung ihrer Schmerzproblematik gesonderte Behandlungseinrichtungen wie Schwerpunktpraxen, Schmerzambulanzen oder gar Schmerzkliniken? Die Antwort ist ein klares nein.

Unsere Kontakte mit den Betroffenen belegen, daß 80 % der Betroffenen durchaus im Rahmen der „traditionellen“ Fach- bzw. Hausärztlichen Versorgung zufriedenstellend behandelt werden könnten. So verfügen z.B. die Neurologen über alle erforderlichen Instrumentarien, um die ca. 3 Mio. chronischen Kopfschmerzpatienten qualifiziert zu diagnostizieren und befriedigend zu therapieren.

Gleiches gilt für eine Vielzahl anderer Indikationen die kausal in das Gebiet der Orthopädie, der Inneren Medizin, etc. fallen. Unter dem Strich und über alle Indikationen gesehen, bleiben ca. 1 Mio. Menschen, die eine qualifizierte spezielle Schmerztherapie brauchen, da die monodisziplinären Ansätze der jeweiligen Fachgruppen hier versagen.

Diese 1 Mio. Problempatienten leiden trotz Anwendung aller kausal sinnvollen Methoden an schweren und schwersten Schmerzzuständen, haben reaktiv auf ihre Schmerzen eine Persönlichkeitsveränderung erlitten, die zusätzlich zu einer unerträglichen Belastung des gesamten familiären und sozialen Umfeldes wird. Sie rekrutieren sich aus allen möglichen Indikationen, lassen sich jedoch in die folgenden Gruppen aufteilen:

  • ca. 30% sind „austherapierte“ Rückenschmerz-Patienten
  • ca. 20% leiden an chronischen Schmerzen aufgrund einer Erkrankung des rheumatischen Formenkreises
  • ca. 20% leiden an therapieresistenten chronischen Schmerzen aufgrund einer Erkrankung des Nervensystems
  • ca. 10% sind terminale oder stabile Krebspatienten, bei einer jährlichen Neuerkrankungsrate vom ca. 350 000
  • ca. 10% leiden an schmerzhaften Unfallfolgen unterschiedlichster Art
  • ca. 10% leiden an Schmerzbildern viszeraler Genese

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